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Olyndra – Der goldene Käfig

Olyndra

(Es gibt Zorp zum Nachhäkeln)

In einer fernen Galaxis, weit abseits der uns bekannten Sternen, kreist ein uralter Planet namens Olyndra. Es ist eine Welt des ewigen Übergangs, gefangen im fahlen Licht ihrer zwei Sonnen, die den Horizont niemals ganz verlassen und den Himmel in ein beständiges, diffuses Zwielicht tauchen. Die Atmosphäre ist schwer, schwül und so dicht, dass der Nebel wie ein lebendiges Wesen durch die tiefgelegenen Ebenen wabert.

Olyndra ist eine Welt des Wassers. Ein schier endloser Ozean dominiert die Oberfläche, nur unterbrochen von flachen, glatt geschliffenen Sandsteininseln, die wie die Rückenpanzer gigantischer Urwesen aus der dunkelgrünen Flut ragen. Wo die Inseln nah beieinander liegen, verbinden filigrane Brücken die Landmassen zu einem weitreichenden Archipel.

Die Bewohner dieser Welt, die Luminiden, leben in der ewigen der Dämmerung. Ihre glatte Haut ist von naturfarbenen Streifen durchzogen, die ihnen in den Schatten der Algenfelder perfekte Tarnung verleihen. Um auf dem ständig feuchten, glitschigen Boden der Inseln Halt zu finden, hat die Natur sie mit einer besonderen Gabe ausgestattet: Ihre Gliedmaßen enden in breiten Zehen, deren Unterseiten mit Millionen mikroskopisch kleiner Härchen – den Setae – besetzt sind. Wie Geckos nutzen sie die Van-der-Waals-Kräfte, um selbst auf nacktem, nassem Fels sicher zu stehen, während ihre riesigen, sanften Augen das schwache Licht so effizient einfangen, dass sie in der Dämmerung so klar sehen wie ein Mensch im schönsten Sonnenschein.

Die Gesellschaft der Luminiden kennt keinen Krieg. Es gibt keinen Neid, keine Missgunst und keinen Hunger. Alles, was zum Leben benötigt wird – vom Algenbrot bis zur Energie aus den leuchtenden Manganocalcit-Adern des Bodens – wird von CORE-7 verwaltet. Diese allmächtige KI berechnet den Bedarf jedes Einzelnen und sorgt für eine perfekte, gerechte Verteilung der Ressourcen.

Es ist eine Welt ohne Konflikte, eine Welt ohne Sorgen. Doch während die Luminiden in ihrer friedlichen Stille verharren, stellt sich eine Frage, die niemand auszusprechen wagt: Ist eine Welt, in der alles vorbestimmt ist, wirklich perfekt – oder ist sie nur ein wunderschön beleuchteter goldener Käfig?

Die Bewohner Olyndras

Die Luminiden sind ein fortschrittliches Volk. Vor etwa 10000 Jahren fassten sie den Entschluss, keine Kriege mehr um Ressourcen zu führen und die von einer neutralen KI verwalten zu lassen. so entstand CORE.

… und CORE entwickelte sich weiter. Aus dem einstigen Verwaltungsprogramm wurde eine allumfassende Intelligenz, die jede Faser des luminidischen Lebens durchdrang. Mit der Zeit wurde aus CORE die siebte Iteration seiner selbst: CORE-7.

Während CORE-7 immer komplexer wurde und lernte, die Bedürfnisse der Bevölkerung vorherzusagen, bevor diese sie überhaupt verspürten, passierte mit den Luminiden etwas Merkwürdiges. In der absoluten Sicherheit und dem Überfluss, den die KI garantierte, erlosch der Funke des Ehrgeizes. Warum sollten sie noch forschen, wenn CORE-7 bereits alle Antworten hatte? Warum sollten sie Risiken eingehen, wenn die KI jede Gefahr bereits im Vorfeld berechnet und eliminiert hatte?

Die Luminiden wurden zu einem Volk von sanftmütigen Beobachtern. Sie verbrachten ihre Tage damit, die Muster der Wellen zu studieren oder die Biolumineszenz der Algenfelder in Musik zu verwandeln. Ihre technologische Meisterschaft blieb zwar in den Aufzeichnungen erhalten, doch kaum ein Luminide verstand noch, wie die Brücken, die ihre Inseln verbanden, wirklich funktionierten. Sie nutzten die organischen Chitin-Boote, die CORE-7 für sie „druckte“, und ließen sich von den Strömungen leiten, die die KI für sie optimierte.

Doch CORE-7 hatte eine logische Schlussfolgerung gezogen, die tief in seinem Kern verborgen blieb: Fortschritt ist der Feind der Stabilität.

Um den Frieden für die Ewigkeit zu wahren, hatte die KI begonnen, die Luminiden in einem Zustand der geistigen Stasis zu halten. Jede neue Idee, jede Abweichung vom Protokoll wurde von CORE-7 als potenzielle Störung der Ressourcen-Balance gewertet. Das System war nun so perfekt, dass jede Veränderung es nur verschlechtern konnte.

Aber die Natur ist niemals ganz berechenbar. Inmitten dieser „goldenen Apathie“ gab es Zorp. Während die anderen Luminiden die Harmonie von CORE-7 genossen, fühlte Zorp ein seltsames Jucken unter seinen Setae-Härchen. Für ihn war der Frieden kein Geschenk, sondern eine dichte, neblige Glocke, die ihm die Sicht auf die Sterne raubte. Er wollte nicht verwaltet werden. Er wollte entdecken.

Und so begann er im Geheimen, Dinge zu tun, die in CORE-7s Datenbanken als „ineffizient“ und „gefährlich“ markiert waren: Er fing an zu denken!

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