Unser Gehirn liebt Ordnung, selbst wenn wir eigentlich das Gegenteil erreichen wollen. Wenn wir versuchen, Wassertropfen ganz ohne Plan auf einem Blatt zu verteilen, funkt uns unser Unterbewusstsein dazwischen. Wir fangen ganz automatisch an zu sortieren: Wir achten darauf, dass die Abstände nicht zu groß werden und alles irgendwie harmonisch wirkt. Das Ergebnis ist dann zwar ein schönes Muster, aber es ist kein echter Zufall, sondern eine unbewusste Gleichmäßigkeit.
Betrachtet man dagegen ein Foto von echtem Regen, sieht man den Unterschied sofort. Die Natur kennt keine Regeln für Ästhetik. Da gibt es Stellen, an denen sich die Tropfen dicht an dicht drängen, während direkt daneben große Flächen fast trocken bleiben. Es gibt winzige Spritzer neben riesigen Tropfen, völlig ungeordnet und unvorhersehbar. Genau diese Mischung aus Chaos und Leere macht den echten Zufall aus, den wir Menschen uns allein gar nicht ausdenken können.
Um also ein Muster zu erschaffen, das wirklich einzigartig und frei von unserer inneren Ordnung ist, müssen wir die Kontrolle abgeben. Wir brauchen ein Werkzeug, das keinen Geschmack und keinen Sinn für Symmetrie hat: den Würfel. Er entscheidet völlig unvoreingenommen, wo ein Punkt landet oder wie groß eine Form wird. Erst durch die Würfel verlassen wir unsere gewohnten Strukturen und lassen ein echtes, lebendiges Chaos entstehen.
Lassen wir uns also auf dieses Experiment ein und lassen die Würfel über unsere Muster entscheiden. Hier ist die Anleitung dazu:

